Konzertbericht der Show vom 16. Mai 2004, Kongresshaus Zürich

The Australian Pink Floyd Show

Als alt eingesessener Pink Floyd Fan war ich sehr skeptisch eingestellt was eine Pink Floyd Cover-Band angeht. Wenn man, so wie ich die Originalen schon Live erlebt hat, sind die Erwartungen sehr hoch gesteckt.

Um es vorweg zu nehmen, es war ein Konzert der Superlativen. So manche „echte“ Band könnte noch was lernen. Einzige Kritik kann ich beim Sound anbringen. Es brauchte 20 Minuten, bis der Sound klar rüber kam. Und nach der Pause war es wieder das selbe. Die Gitarre war teilweise sehr leise abgemischt und drohte im mächtigen Bassgedröhn unterzugehen (Ich hätte den Tonmeister am liebsten auf die dunkle Seite des Mondes geschossen).

Was noch zur perfekten Pink Floyd Illusion gefehlt hat, war der Quadro-Sound. Obwohl zu sagen ist, dass sie mit den zwei Lautsprechergruppen am Bühnenrand einen erstaunlich Räumlichen Klangeffekt erzielt haben.

 

Pünktlich ging das Licht im Saal aus und ein vertrautes Herzpochen erklang. Dazu auf der großen runden Leinwand hinten auf der Bühne die visuelle Begleitung. Sie interpretierten die komplette Dark Side Of The Moon mit zum Teil den Original Filmen und auch mit aktuellen Einspielungen von Irak-Krieg. Erwähnenswert ist die schwarze Sängerin, welche The Great Gig In The Sky sang. So nah an das Original kommen nur wenige ran, sie ist eine davon. Mir ging ein kalter Schauer den Rücken runter als sie so richtig loslegte. Mit geschlossenen Augen schien es mir, als würden die echten auf der Bühne stehen.

 

Nach dem Ausklang von Eclipse zogen sich die Musiker für eine viertel Stunde zurück. Nach der Pause durften wir wieder wohlbekannte Töne in Empfang nehmen. Eine Klang-Kollage aus Pink Floyd Soundeffekten erklang, die dann in die Synthesizer Klänge von Shine On You Crazy Diamond überging. Es folgten Sorrow, The Fletcher Memorial Home, Another Brick In The Wall und One Of These Days. Begleitet wurden alle Lieder von Filmen die synchron auf der Runden Leinwand zu sehen waren und einer Light-Show die ihresgleichen sucht. Im Song Careful With That Axe, Eugene wurde das Publikum in die Anfänge von Pink Floyd zurückversetzt. Eine psychedelische Licht und Sound Stimmung ergoss sich über das Publikum, es hätte ewig so weiter gehen können. Als Abschluss vor der obligatorischen Zugabe spielten sie Run Like Hell, gecovert wurde die Live-Version mit dem langen Gitarrenintro, begleitet von einem Blitzlichtgewitter. Auch hier, sehr nah am Original.

 

Als erste Zugabe kam der Song Wish You Were Here. Und dann zogen sie nochmals alle Register: Comfortably Numb. Ich war immer der Meinung, nur David Gilmour kann dieses Solo mit Gänsehaut-Evekt spielen, doch ich musste meine Meinung gründlich revidieren. Als im Hintergrund die etwa ein Meter fünfzig große Spiegelkugel erschien und den ganzen Saal mit farbigem Licht erstrahlen ließ war ich hin und her gerissen und meine Gefühle übernahmen vollends die Herrschaft über mich.

Wenn man so etwas gesehen hat, wünscht man sich noch mehr, dass sich die echten Pink Floyd doch nochmals aufraffen können und uns noch einmal mit einer Original Pink Floyd Show beglücken. Die Australier boten eine Bühnenshow die nur noch von den echten zu überbieten ist. Man merkte, da sind Profis am Werk. Die 85 Schweizer Franken (ca. 56 €) Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt.

Ringgi