
The Australian Pink Floyd Show

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Als alt
eingesessener Pink Floyd Fan war ich sehr skeptisch eingestellt was eine Pink
Floyd Cover-Band angeht. Wenn man, so wie ich die Originalen schon Live
erlebt hat, sind die Erwartungen sehr hoch gesteckt. Um es vorweg
zu nehmen, es war ein Konzert der Superlativen. So manche „echte“ Band könnte
noch was lernen. Einzige Kritik kann ich beim Sound anbringen. Es brauchte 20
Minuten, bis der Sound klar rüber kam. Und nach der Pause war es wieder das
selbe. Die Gitarre war teilweise sehr leise abgemischt und drohte im mächtigen
Bassgedröhn unterzugehen (Ich hätte den Tonmeister am liebsten auf die dunkle
Seite des Mondes geschossen). Was noch zur
perfekten Pink Floyd Illusion gefehlt hat, war der Quadro-Sound. Obwohl zu
sagen ist, dass sie mit den zwei Lautsprechergruppen am Bühnenrand einen
erstaunlich Räumlichen Klangeffekt erzielt haben. Pünktlich
ging das Licht im Saal aus und ein vertrautes Herzpochen erklang. Dazu auf
der großen runden Leinwand hinten auf der Bühne die visuelle Begleitung. Sie
interpretierten die komplette Dark Side Of The Moon mit zum Teil den Original
Filmen und auch mit aktuellen Einspielungen von Irak-Krieg. Erwähnenswert ist
die schwarze Sängerin, welche The Great Gig In The Sky sang. So nah an das
Original kommen nur wenige ran, sie ist eine davon. Mir ging ein kalter
Schauer den Rücken runter als sie so richtig loslegte. Mit geschlossenen
Augen schien es mir, als würden die echten auf der Bühne stehen. Nach dem
Ausklang von Eclipse zogen sich die Musiker für eine viertel Stunde zurück.
Nach der Pause durften wir wieder wohlbekannte Töne in Empfang nehmen. Eine
Klang-Kollage aus Pink Floyd Soundeffekten erklang, die dann in die
Synthesizer Klänge von Shine On You Crazy Diamond überging. Es folgten Sorrow, The Fletcher Memorial Home,
Another Brick In The Wall und One Of These Days. Begleitet
wurden alle Lieder von Filmen die synchron auf der Runden Leinwand zu sehen
waren und einer Light-Show die ihresgleichen sucht. Im Song Careful With That
Axe, Eugene wurde das Publikum in die Anfänge von Pink Floyd zurückversetzt.
Eine psychedelische Licht und Sound Stimmung ergoss sich über das Publikum,
es hätte ewig so weiter gehen können. Als Abschluss vor der obligatorischen
Zugabe spielten sie Run Like Hell, gecovert wurde die Live-Version mit dem
langen Gitarrenintro, begleitet von einem Blitzlichtgewitter. Auch hier, sehr
nah am Original. Als erste
Zugabe kam der Song Wish You Were Here. Und dann zogen sie nochmals alle Register:
Comfortably Numb. Ich war immer der Meinung, nur David Gilmour kann dieses
Solo mit Gänsehaut-Evekt spielen, doch ich musste meine Meinung gründlich
revidieren. Als im Hintergrund die etwa ein Meter fünfzig große Spiegelkugel
erschien und den ganzen Saal mit farbigem Licht erstrahlen ließ war ich hin
und her gerissen und meine Gefühle übernahmen vollends die Herrschaft über
mich. Wenn man so
etwas gesehen hat, wünscht man sich noch mehr, dass sich die echten Pink
Floyd doch nochmals aufraffen können und uns noch einmal mit einer Original
Pink Floyd Show beglücken. Die Australier boten eine Bühnenshow die nur noch
von den echten zu überbieten ist. Man merkte, da sind Profis am Werk. Die 85
Schweizer Franken (ca. 56 €) Eintritt haben sich auf jeden Fall gelohnt. |