Wish You Were Here

 

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LP:

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Remaster CD:

Harvest SHVL 814

EMI 8 29750 2

Harvest Q4 SHVL 814

EMI 1C 244-96 9 18

EMI CDP 7 46035 2

Columbia CK68522

Aufnahmedatum:

Erscheinungsdatum:

Studio:

Produzent:

Toningenieur:

Toningenieur Assistent:

Cover Design:

6. Januar – 19. Juli 1975

15. September 1975

Abbey Road Studios, London

Pink Floyd

Brian Humphries

Peter James

Hipgnosis

Shine On You Crazy Diamond

 

 

 

 

Welcome To The Machine

Have A Cigar

Wish You Were Here

Shine On You Crazy Diamond

Part 1

Part 2

Part 3

Part 4

Part 5

 

 

 

Part 6

Part 7

Part 8

Part 9

Rick Wright, Roger Waters, David Gilmour

David Gilmour, Roger Waters, Rick Wright

Roger Waters, David Gilmour, Rick Wright

David Gilmour, Rick Wright, Roger Waters

Roger Waters

Roger Waters

Roger Waters

Roger Waters, David Gilmour

Rick Wright, Roger Waters, David Gilmour

Roger Waters, David Gilmour, Rick Wright

David Gilmour, Rick Wright, Roger Waters

Rick Wright

Roger Waters:

David Gilmour:

Rick Wright:

Nick Mason:

 

Dick Parry:

Roy Harper:

Venetta Fields:

Carlena Williams:

Stephane Grappely:

Bass, Gesang, Keyboards, Synthesizer, Soundeffekte

Gitarre, Gesang, Synthesizer

Keyboards, Synthesizer, Gesang

Schlagzeug, Percussion, Soundeffekte

 

Saxophon bei Shine On You Crazy Diamond

Gesang bei Have A Cigar

Chorgesang

Chorgesang

Violine bei Wish You Were Here

 

WishYou-LP-HP1

 

Die Vorgeschichte

 

Anfang Oktober 1973, das Album Dark Side Of The Moon befand sich immer noch unter den fünf Erstplatzierten LP’s in der britischen Hitparade, begann die Gruppe mit den Aufnahmen zu ihrem neuen Album.

So als ob sie ihre These „Niemand weiß, in welche Richtung wir uns entwickeln“ unter Beweis stellen wollten, ließen sie die positiven Erfahrungen von Dark Side Of The Moon außer acht und begannen statt dessen mit einem völlig neuartigen Projekt. Hatten sie bisher die Soundeffekte nur bedingt eingesetzt, so sollte ihre LP nur aus Klangbildern bestehen, die nicht von herkömmlichen Musikinstrumenten erzeugt waren. Die Idee von Roger Waters war, zuerst nur Küchengeräte, vom Kochtopf bis zum Mixer, einzusetzen. David Gilmour erweiterte dann durch mit Wasser gefüllte Weinflaschen das Instrumentarium. Außerdem verwendeten sie Klebe- und Gummibänder, die sie auf verschiedene Längen zurechtgeschnitten hatten, so dass jedes einzelne Band seinen bestimmten Ton hatte. Nachdem sie in 24 Studiotagen nur drei Stücke auf Band hatten, entschieden sie sich, die Aufnahmen abzubrechen. Roger Waters, der Initiator des Unternehmens meinte dazu: „Es war ein erfolgloser Versuch, ein Album aufzunehmen, ohne irgendwelche Musikinstrumente. Damals, als wir mit den Arbeiten begannen, schien es eine gute Idee zu sein, aber es klappte nicht alles so, wie es sollte. Vielleicht lag es daran, dass wir die Aufnahmen ab und zu für Konzerte unterbrechen mussten.“ David Gilmour auf die Frage, „Gibt es viel Material von den „Household Objects“ im Archiv?“ – „Es gibt davon alle möglichen Teile und Teilchen, aber nichts komplettes. Wir retteten ein wenig davon für das Intro von Wish You Were Here, welches aus Weingläsern entstand. Wir nahmen es auf 16 Spuren auf, mit einem Glas pro Spur und Halbtonabstand. Dadurch konnten auch Keybords dazu spielen. Es war ein sehr grosses und schwieriges Samplingsystem. Andere Teile von den „Household Objects“ wurden auch gerettet. Ich erinnere mich, eine ungeheuer lange Zeit damit verbracht zu haben, Gummibänder über Streichholzschachteln zu ziehen, um so einen Basston zu erhalten der genauso klang wie von einer echten Bassgitarre!“ – „Wessen Idee war das?“ – „Oh, vermutlich Roger Waters. Es war zweifellos nicht meine. Wir vergeudeten schrecklich viele Stunden an Studiozeit um damit herum zu spielen.“

 

Die kommenden Monate sollten dann Pink Floyd auf eine harte Bewährungsprobe stellen. Zwar war es auch schon früher zu Streitigkeiten zwischen den Bandmitgliedern gekommen, aber diesmal lagen die Schwierigkeiten auf einem viel heikleren Gebiet, die zu einer Spaltung der Gruppe hätte führen können. Einer der Gründe war, dass besonders Roger Waters eine starke Abneigung gegen Tourneen hegte. Unterstützt wurde er darin von Nick Mason. Auf der anderen Seite aber standen Rick Wright und besonders David Gilmour, der den Kontakt mit dem Publikum vermisste. So ließ Rick Wright in einem Interview auch offen erkennen, die Situation in der Gruppe könnte sich dahin entwickeln, dass einige aus dem Gruppenverband aussteigen würden, um Soloprojekte zu verwirklichen. Bisher habe ihnen eben nur die Zeit dazu gefehlt. Gleichzeitig erklärte Rick Wright auch, wahrscheinlich um der Sensationsmeldung über die Trennung von Pink Floyd zuvorzukommen, dass die Gruppe noch sehr lange bestehen könnte, wenn es eben die Möglichkeit gäbe, für sechs Monate ein Mitglied von Pink Floyd zu sein, die übrige Zeit aber für Soloprojekte bliebe. Erst vier Jahre später sollte es dazu kommen.

 

Anfang Mai 1974, die Gruppenmitglieder hatten sich in den zurückliegenden Monaten nur sehr selten gesehen, begannen Pink Floyd mit den Arbeiten an neuen Songs. Nach dem ziemlich missglückten Versuch, sich als Avantgarde-Musiker zu profilieren, legte David Gilmour als erster die neue Richtung mit dem Song Shine On fest. Nachdem er bei Dark Side Of The Moon nach eigener Aussage nur relativ wenig zum Gesamtkonzept beigetragen hatte, sah er jetzt die Möglichkeit, die künftige Produktion nicht nur maßgeblich zu prägen, sondern auch der Gruppe den dringend benötigten Auftrieb zu geben. Nachdem Shine On vom Grundkonzept her feststand, Hauptbestandteil war noch David Gilmour’s Gitarre, nahmen sie die Arbeit an den beiden Roger Waters Songs Ravin’ And Droolin’ und Gotta Be Crazy auf.

 

Schon zwei Wochen später nutzten sie die Möglichkeit, im Rahmen einer kurzen Frankreich-Tour, die neuen Songs vorzustellen. Rückblickend hatte die erste Version von Shine On aber nur wenig Ähnlichkeit mit dem späteren Song Shine On You Crazy Diamond. Wohingegen Ravin’ And Droolin’ und Gotta Be Crazy, beide Stücke erscheinen drei Jahre später als Sheep bzw. Dogs auf der LP Animals, von einigen Textzeilen abgesehen, kaum verändert worden waren.

 

Nach der Frankreich-Tour beschäftigte man sich nur gelegentlich mit dem neuen Songmaterial, jeder ging seinen eigenen Weg. Nick Mason und David Gilmour verlegten sich lieber auf das Produzieren anderer Gruppen. Rick Wright zog sich in sein Heimstudio zurück, um an neuen Songs, möglicherweise sogar für eine Solo-LP, zu arbeiten. Auch Roger Waters, bisher hatte er in der Gruppe immer für den Zusammenhalt gesorgt, befand sich auf einem Tiefpunkt. Der außergewöhnliche Erfolg von Dark Side Of The Moon hatte die Gruppe sehr verunsichert. Hatten sie wirklich schon den Höhepunkt ihrer Karriere erreicht? Es schien ihnen unmöglich, ein noch besseres Album zu produzieren. Dabei galt ja ihr Grundsatz: Jedes neue Album soll das vorhergegangene an Qualität übertreffen.

 

Mitte September 1974 beendeten, wenigstens für Roger Waters und Nick Mason, die Vorbereitungen für die kommende Großbritannien Tournee die schon fasst vier Monate andauernde Durststrecke. Ende Oktober stießen dann auch David Gilmour und Rick Wright hinzu. Man hatte endlich wieder Tritt gefasst. In knapp zwei Wochen stellten sie eine Bühnenshow zusammen, die alles Bisherige in den Schatten stellen sollte. Auch für diese Tournee nahm man die drei neuen Songs ins Live-Repertoire auf, die aber inzwischen, insbesondere gilt das für Shine On, weit mehr an Form gewonnen hatten.

 

Zwei Wochen nach Beendigung der Großbritannien-Tour ging die Gruppe am 6. Januar 1975 wieder in die Abbey Road Studios, um die neuen Songs aufzunehmen. Die ersten Aufnahmetage in den Abbey Road Studios waren für alle ziemlich bedrückend. Das neue Material war zwar zufriedenstellend, aber ohne Konzept. Erst der Vorschlag von Roger Waters, Ravin’ And Droolin’ und Gotta Be Crazy herauszunehmen um dafür neue Titel in das Hauptthema Shine On You Crazy Diamond einzubauen, brachte die Aufnahmen in Schwung. Das Thema der neuen Songs sollte nichts anderes als eine Zustandsbeschreibung der Gruppe sein. Roger Waters meinte dazu: „Wir schleppen uns einige Wochen trotz der allgemeinen Langeweile durch die Aufnahmen. Ich merkte immer mehr, dass mein Interesse an der Arbeit nur dann bestehen bleiben würde, wenn ich das, was innerhalb der Gruppe so vor sich ging, zum Thema des neuen Albums machen würde. So sollte in diesem Themenkreis auch einfließen, dass wir uns untereinander nicht mehr richtig in die Augen schauen konnten, oder dass alles so mechanisch ablief.“ Auch Nick Mason äußerte sich nicht gerade glücklich über die ersten Arbeiten an ihrem neuen Album, auch wenn er die Ursache nicht direkt bei der Gruppe suchte: „Für mich war die Zeit damals im Studio fürchterlich, nicht wegen der Sachen, die innerhalb der Band passierten, sondern wegen all dem, was draußen, außerhalb des Studios geschah. Und wie das bei Pink Floyd nun mal ist, bedeutete das für uns, dass wir neun lange Monate damit leben mussten.“

 

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Im Studio

 

Ende Januar 1975 hatte die Gruppe die Instrumentalteile, Gitarre, Bass, Orgel und Schlagzeug, von Shine On You Crazy Diamond fertig. Nun erst begann Roger Waters mit dem Schreiben der Texte. Weshalb ihm gerade bei diesem Song Syd Barrett als Inspirator einfiel, weiß er selber nicht so genau. Für ihn sollte Syd Barrett mehr stellvertretend für die Menschen stehen, die das moderne Leben mit all dem Stress, den Frustrationen und persönlichen Niederlagen nur können, indem sie sich davon total zurückziehen. Eine Erfahrung, die auch Roger Waters inzwischen hatte machen müssen. Da jetzt das Thema generell festgelegt war, nahm Roger Waters die noch fehlenden drei Stücke in Angriff. War der verrückte Diamant bei Shine On You Crazy Diamond schon ausgebrannt, so wollte Roger Waters bei den übrigen Texten die Gründe dafür aufzeigen. In Welcome To The Machine beschreibt er dann ohne die Ironie, die bei früheren Seitenhieben auf das Musikgeschäft noch zu finden war, die Machenschaften von skrupellosen Managern, die ihren Künstlern sogar die Träume vorschrieben. In Have A Cigar wird Roger Waters noch deutlicher. Textzeilen wie: „You Gotta Get An Album Out, You Owe It To The People“ (Ihr müsst ein Album herausbringen, ihr schuldet es den Fan’s) haben Pink Floyd wohl selbst oft genug in den zurückliegenden Jahren hören müssen. Auch mit der Verlogenheit und Scheinheiligkeit dieses Systems waren Pink Floyd oft genug konfrontiert worden, sie hatten erkennen müssen, dass es den meisten nur darum ging, am Erfolg teilzuhaben, auch wenn sie nichts, außer leeren Sprüchen, dazu beigetragen hatten. Bei Wish You Were Here schließt sich dann der Kreis in tiefer Hoffnungslosigkeit: „We’re Just Two Lost Souls Swimming In A Fishbowl“ (wir sind nichts anderes als zwei verlorene Seelen, die in einem Aquarium schwimmen).

 

Mitte März 1975 waren die Aufnahmen zu ihrem neuen Album soweit gediehen, dass nur noch der Gesang zu Welcome To The Machine und Have A Cigar aufgenommen werden musste. Auch hier zeigte sich wieder einmal, wie verfahren die Situation innerhalb der Gruppe war. Roger Waters, der bisher zum größten Teil für den Gesang zuständig war, war sich plötzlich gar nicht mehr so sicher, ob seine Stimme auch den Ansprüchen genügte. So schlug er vor, dass Roy Harper, mit dem sie schon seit Jahren befreundet waren und der zur gleichen Zeit in den Abbey Road Studios sein neues Album aufnahm, den Gesangspart für Have A Cigar übernehmen sollte. Damit, dass die anderen sofort einverstanden waren, hatte Roger Waters eigentlich gar nicht gerechnet. Ehrlich, wie Roger Waters nun einmal ist, gab er den wahren Grund für seinen Vorschlag später in aller Öffentlichkeit zu: „Eine Menge Leute denken, so glaube ich wenigstens, dass meine Stimme nicht gerade besonders gut fürs Singen geeignet ist, ich schliesse mich da selbst nicht ganz aus. Für mich ist es schwer, den richtigen Ton zu halten, und ich weiß, dass sich meine Stimme, vom Standpunkt der Ästhetik her betrachtet, nicht besonders gut anhört. Da Roy Harper gerade in den Abbey Road Studios sein eigenes Album aufnahm und er ein guter Freund von uns ist, schlug ich vor, dass er den Job übernehmen sollte. Eigentlich hatte ich ja erwartet, dass die anderen sagen würden: „Nein, nein, Roger, mach du das lieber“, aber statt dessen fanden sie meine Idee sehr gut. Heute wünschte ich mir, ich hätte den Vorschlag nicht gemacht, sondern auch bei Have A Cigar den Gesang übernommen. Da sind nämlich einige Stellen, die von mir anders gesungen worden wären.“ Aber nachdem er den Vorschlag nun einmal gemacht hatte, konnte er ihn nicht mehr zurückziehen.

 

Am 5. Juni 1975 taucht ohne Vorankündigung plötzlich ein legendärer Gast in den Abbey Road Studios auf. Es war der Hochzeitstag von David Gilmour und Ginger Gilmour, und die Band arbeitete fieberhaft am Endmix von Shine On You Crazy Diamond. Während die Stimmen von Roger Waters und David Gilmour aus den Studiolautsprechern drangen und den Geist Syd Barrett's heraufbeschworen, tauchte plötzlich ein feister Mann mit kahl geschorenem Kopf und rasierten Augenbrauen auf, der einen weissen Trenchcoat und weisse Schuhe trug und eine weisse Plastiktüte in der Hand hielt. David Gilmour war der Erste, der ihn zwischen den Instrumenten herumschnüffeln sah; aber er war mit anderen Dingen beschäftigt und glaubte, es handle sich bei dem sonderbaren Burschen um einen EMI-Günstling.

„Er kam ins Studio“, erinnert sich Rick Wright, „und niemand erkannte Ihn. Ich weiss noch, wie ich hinging und Roger Waters bereits im Studio arbeitete. Nach zehn Minuten fragte Roger Waters: Kennst du diesen Typen da? Ich meinte: Kenn ich nicht. Ich dachte, er wäre ein Freund von dir. Er sagte: Denk nach, denk nach. Und ich sah ihn mir genauer an – und plötzlich wurde mir klar, dass es Syd Barrett war!“ Roger Waters war nach eigenem Eingeständnis „zum Heulen zumute“, als er „diesen grossen, fetten, kahlen, verrückten Burschen“ erkannte.

Ein anderer Besucher aus der Vergangenheit, Andrew King, meinte, dass Syd Barrett wie der Koch einer mittelamerikanischen Hamburgerbude aussah. Andrew King versuchte das Eis zu brechen, indem er seinen früheren Starklienten fragte, warum er so zugenommen hatte. „Ich hab einen riesengrossen Kühlschrank in der Küche stehen“, erklärte Syd Barrett, und ich esse jede Menge Schweinekoteletts.“ Dann tat Syd Barrett kund, dass er jetzt bereit sei, Pink Floyd wieder seine Dienste zur Verfügung zu stellen.

Während sich seine Exkollegen mit dem schwierigen Mix von Shine On You Crazy Diamond abmühten und das Band immer wieder ablaufen liessen, versank Syd Barrett in schweigen, und es gab keinerlei Anzeichen dafür, dass er erkannte, dass er der Held dieses aufwühlenden Tributs war. Als sie schliesslich das Tape zum x-ten Mal abspielen wollten, warf er ein: „Warum denn? Ihr habt es doch schon gehört.“

Später gesellte sich Syd Barrett zu den anderen in der EMI-Kantine, wo der Hochzeitstag gefeiert wurde. Nachdem er die arglosen Gäste mit irrem Gelächter und durchbohrenden Blicken genervt hatte – manche hielten ihn für einen Hare-Krishna-Fanatiker -, verschwand Syd Barrett ohne ein Abschiedswort in die Nacht.

Seitdem hat ihn keiner von ihnen mehr gesehen!

 

Als charakteristisch gilt die Anfangssequenz des Songs Wish You Were Here, David Gilmour spielte die Akkorde, die später zum Intro werden sollten, zunächst lediglich als Aufwärmübung. Roger Waters gefiel die Akkordfolge so gut, dass er einen Text dazu entwickelte. Bei den Aufnahmen wurde großer Aufwand getrieben, um die Hörspiel änliche Anfangssequenz zu realisieren. Die aus dem Radio klingende Gitarre wurde zunächst von David Gilmour auf einer 12-saitigen Akustikgitarre in normaler Studioqualität eingespielt. Anschließend legte man ein Kabel von der Bandmaschine zu dem Parkplatz der Abbey Road Studios und schloss es an das Autoradio von David Gilmour Wagen an. Im Auto wurde ein Mikrofon angebracht, mit dem man nun das Intro in gewollt schlechter Qualität aufnehmen konnte. Die zweite Gitarre, eine 6-saitige Akustikgitarre der Firma Martin, wurde später im Studio absichtlich ohne Klangeffekte aufgenommen. Dies macht sowohl den Gitarrenklang, aber auch alle normalerweise unerwünschten Nebengeräusche wie das Kratzen der Saiten, die Geräusche des Plektrums sehr natürlich und realistisch. Weiter hört man noch andere Geräusche wie das Rascheln von Kleidung, schweres Atmen und ein leises Husten von David Gilmour. Dies verstärkt den Eindruck, dass sich der Radiohörer tatsächlich zu seiner Gitarre begibt und langsam beginnt, zum Radio zu improvisieren. Das leise Husten wird von vielen als ironische Anspielung gesehen, den Gitarristen zum Aufgeben des Rauchens zu bewegen, und daher blieb David Gilmour's Husten absichtlich auf dem Band.

Anfang Juli 1975, die Gruppe hatte fasst sechs Monate an dem Album gearbeitet, näherten sie sich schließlich doch dem Ende. In den verbleibenden 11 Tagen überarbeiteten sie nicht nur das bisher aufgenommene Material, sondern fügten auf den Wunsch von David Gilmour bei Wish You Were Here noch einen Violinenpart an, der später aber so gekürzt wurde, dass kaum noch etwas davon zu hören ist. Erst einige Monate später wurde bekannt, dass Stéphane Grappelli, der in den 30er Jahren zusammen mit Django Reinhardt die Jazz-Band Hot Club de France gründete, den Violinenpart spielte. Da Pink Floyd den damaligen Roadie von Stéphane Grappelli bei einer Tournee in den USA kennen gelernt hatten, übernahm dieser die Aufgabe, seinen Chef davon zu überzeugen, dass es sich lohnen würde, die Aufnahmen mit Yehudi Menuhin für kurze Zeit zu unterbrechen, um bei Wish You Were Here mitzumachen. Stéphane Grappelli, ein alter Hase in dem Geschäft, packte aber erst nach zähen Verhandlungen über seine Bezahlung, man hatte sich schließlich auf 300£ für eine halbe Stunde Aufnahmezeit geeinigt, seine Violine aus. Roger Waters erklärte später eher belustigt als verärgert, wie es zu dem Zusammentreffen mit Stéphane Grappelli kam: „Von David Gilmour kam der Vorschlag, dass wir am Ende von Wish You Were Here eine Country-Fiedel einsetzen sollten, oder es wenigstens versuchen sollten. Zur gleichen Zeit nahm Stéphane Grappelli mit Yehudi Menuhin im Studio eins ein Album auf. Da wir den Begleiter von Stéphane Grappelli auf einer USA Tournee kennen gelernt hatten, dachten wir, dass es möglich sein müsste, Stéphane Grappelli dazu zu bekommen, den Part zu übernehmen. So rollten sie ihn dann ins Studio, nachdem er lange genug um seine Bezahlung gefeilscht hatte. Als alter Profi wollte er uns natürlich übers Ohr hauen, was ihm gewissermaßen auch gelungen ist, aber es war wundervoll, ihn dabeigehabt zu haben. Man kann ihn ganz am Ende von Wish You Were Here hören, kurz bevor die Windgeräusche einsetzen. Wir entschlossen uns aber, Stéphane Grappelli nicht als Begleitmusiker auf dem Cover aufzuführen, es kam uns so vor, als ob es eine Beleidigung für ihn wäre. Er bekam seine 300£ und das ist schon in Ordnung.“

 

Da die Fans mehr als zwei Jahre auf ein neues Album warten mussten, war der Run auf Wish You Were Here erwartungsgemäß groß. Bereits vor der Veröffentlichung am 15. September 1975 lagen in Großbritannien mehr als 200'000 Vorbestellungen vor, so dass Pink Floyd schon am Erscheinungstag eine Goldene in Empfang nehmen konnten. EMI schaffte es nicht, die unerwartete Nachfrage zu befriedigen. Selbst als die Presswerke Überstunden machten, mussten die Firmen ihre Händler informieren, dass sie die Bestellungen nur zu fünfzig Prozent bedienen konnte.

Auch in den USA, die Gruppe hatte dort ein halbes Jahr vorher die Schallplattenfirma gewechselt und war jetzt bei der CBS unter Vertrag, entwickelte sich Wish You Were Here zu einem Verkaufsschlager, bereits in der zweiten Woche war das Album die Nummer eins in den Billboard-Charts. Schon nach drei Wochen waren 600'000 LP’s verkauft.

 

Während das Album weltweit die Charts stürmte und zu dem sich am schnellsten verkaufende Werk von Pink Floyd wurde, praktizierten die Musiker „Studien über die Abwesenheit“ und zogen sich für den Rest des Jahres in ihre Kokons der Anonymität zurück.

 

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Das Cover

 

Noch nie war eine Pink Floyd LP so sorgfältig und anspruchsvoll ausgestattet wie Wish You Were Here, keine war von der künstlerischen Gestaltung her bis ins Detail so auf die Musik und die Texte abgestimmt. Storm Thorgerson wählte sogar den Titel des Albums aus.

Storm Thorgerson hatte es nie an Ideen gemangelt, wenn es darum ging, die Platten optisch zu ergänzen. „Meiner Meinung nach“, sagte er, „waren Pink Floyd im atmosphärischen Bereich besser als alle anderen. Ich sage das nicht, weil ich für sie gearbeitet habe; ich bin wirklich davon überzeugt, dass sie Meister darin sind, ein Publikum mit nur zwei Noten in eine bestimmte Stimmung zu versetzen. Der Anfang von Shine On You Crazy Diamond besteht aus nur zwei Noten und ist ein wahrer Genuss. Er ist sehr stimmungsvoll und atmosphärisch und vermittelt das Gefühl weiter, offener Räume der Seele oder irgendeiner unbekannten Region. Die meisten meiner Bilder reflektieren das.“

Dennoch gab sich Storm Thorgerson nie damit zufrieden, nur den „dekorativen Rahmen“ für ein Album zu liefern. Er hat immer versucht, eine „Bedeutung“ aus den Songs herauszulesen, die ihm „als Sprungbrett zu einem Bild“ dienen konnte. „Denn wie ich das sehe, ist es mein Job, ein Bild zu entwerfen, das zur Musik passt.“

Storm Thorgerson studierte Roger Waters neue Texte, während er Pink Floyd auf ihrer USA-Tournee im April 1975 begleitete. „Sie schienen mir eher von unerfüllter Präsenz im Allgemeinen als von Syd Barrett zu handeln – und er hatte gewiss seine eigenen Vorstellungen davon. Das Prinzip der zurückhaltenden Anwesenheit, die Art und Weise, wie die Leute vorgeben, anwesend zu sein, obwohl ihre Gedanken ganz woanders sind, und die Methoden und Motivationen, die Leute psychologisch entwickeln, um die volle Wirkung ihrer Anwesenheit zu unterdrücken, all das wird auf einen Nenner gebracht – Abwesenheit: die Abwesenheit eines Menschen, die Abwesenheit von Gefühlen.“

Im Anschluss an die Tournee verbrachte Storm Thorgerson lange Nächte mit der Band „auf der Suche nach einer überzeugenden Metapher für das Symbol der Abwesenheit. Wir waren vor allem an jenem Aspekt der Abwesenheit interessiert, der mit Heuchelei einhergeht, etwas, das sich als wahr ausgibt, aber in Wirklichkeit so verlogen ist wie ein Nixon-Dementi.“ Die Anti-Musikbiz-Thematik von Welcome To The Machine und Have A Cigar legen schliesslich einen Händedruck nahe: eine körperliche gegenwärtige und augenscheinlich freundliche Geste, die oft nicht mehr als ein hohles und sinnentleertes Ritual darstellt (ähnlich wie das gesellige Treiben am Ende von Welcome To The Machine).

In Amerika hatte Storm Thorgerson bemerkt, dass in den dortigen Plattenläden die letzte LP von Roxy Music, Country Life, in undurchsichtiges grünes Cellophan verpackt war, um die Augen unschuldiger Betrachter vor dem Anblick der beiden barbusigen Mädchen auf dem Cover zu schützen. Dies inspirierte ihn dazu, das Wish You Were Here Bildmaterial in eine vergleichbare schwarze oder blaue Plastikhülle einzuschweissen, sodass das Cover „abwesend“ war. Dadurch würde es im Endeffekt zwei Covers geben: eins für die Pink Floyd Anhänger und eins für den Handel. Auf Letzterem sollten der Titel und die Künstler nur durch einen vom Hipgnosis-Grafikdesigner Georgie Hardie entworfenen Sticker kenntlich gemacht werden, der ausserdem das bedrohliche Albumlogo mit dem Händedruck der beiden mechanischen Hände vor dem Hintergrund der vier Elemente Feuer, Luft, Wasser und Erde zeigte. In einem Anflug von Mystizismus, der trotz aller Anstrengungen von Roger Waters immer noch mit der Musik von Pink Floyd assoziirt wurde, repräsentieren sie die Sonnenzeichen der vier astrologisch ausgewogenen Bandmitglieder: Feuer für den Löwen Rick Wright, Luft für den Wasserman Nick Mason, Wasser für den Fisch David Gilmour und Erde für die Jungfrau Roger Waters.

Nachdem man so die äussere Aufmachung unabhängig vom Erscheinungsbild des eigentlichen Covers festgelegt hatte, fühlte sich Storm Thorgerson frei, „zum ersten Mal Kunst und Kommerz deutlich zu trennen – die Hülle ohne jegliche kommerzielle Erwägung, ohne Text, ohne Namen zu gestalten, denn man konnte sie nicht sehen. Dieses „persönliche“ Design konnte aus sehr künstlerischen Werken bestehen, zwar mit Bezug zur Platte, aber so dunkelsinnig, wie wir wollten – also eine Studie über die Abwesenheit.“

Das Foto auf der Vorderseite wurde von Storm Thorgerson’s simpler Beobachtung inspiriert, dass die Menschen sich aus Furcht, „sich die Finger zu verbrennen“, von anderen Menschen zurückziehen, ihre wahren Gefühle verbergen. Mit dem Händedruckmotiv im Hinterkopf entwickelte Georgie Hardie die Idee eines Geschäftsmanns, der seinem Doppelgänger unbeirrt die Hand schüttelt, während er in Flammen aufgeht. Es war kein Zufall, dass „abgebrannt“ ein im Musikbiz geläufiger Begriff war – vor allem unter Künstlern, die man um ihre Tantiemen gebracht hatte.

Die gleichermassen surrealistische Coverrückseite, deren Motiv an das Thema von Roger Waters unveröffentlichtem Song Bitter Love erinnert, zeigt einen gesichtslosen „Pink Floyd Verkäufer“, der laut Storm Thorgerson „seine Seele“ in der Wüste verkauft. (Man beachte die Sticker auf der Aktentasche, die von Obscured By Clouds über Dark Side Of The Moon bis hin zu Wish You Were Here reichen) Dass es diesem aalglatten Krämer an echter Anwesenheit mangelt, wird durch die Abwesenheit von Hand- und Fussgelenken deutlich gemacht; alles in allem ist er nicht mehr als ein leerer Anzug.

Zwei weitere „Studien über die Abwesenheit“ schmücken die Innenseiten. Eine zeigt einen Vorhang in einem windigen Norfolk-Hain; die andere einen Taucher, der sich ohne einen Spritzer in sein Element stürzt. Als Storm Thorgerson’s Lieblingsbild taucht es auch auf der beiliegenden Postkarte auf, passenderweise mit dem Schriftzug Wish You Were Here.

Als alles fertig war, meldeten beide Plattenfirmen von Pink Floyd erste Bedenken gegen die dunkle Plastikhülle an – und das nicht nur, weil sie weit teurer war als das normale transparente Cellophan. In Amerika konnte sich CBS – glücklicherweise völlig ahnungslos, was die Anti-Musikbiz-Symbolik des Covers betraf – beim besten Willen nicht vorstellen, warum die Band „eine so grossartige“ Grafik verstecken wollte. EMI anderseits sorgte sich, dass der Name Pink Floyd auf den Papphüllen nicht erkennbar war, welche die britischen Händler für ihre Schaufensterauslagen verwendeten. Doch da sie mehrere Millionen „Exemplare“ ihres letzten „Produkts umgesetzt“ hatten, konnten Pink Floyd ihren Willen durchsetzen. Und als Storm Thorgerson und Co. der Gruppe feierlich ein Modell des Wish You Were Here Covers präsentierten, komplett mit schwarzer Plastikhülle, bedachten es die vier Musiker mit spontanem Applaus.

 

WishYou-Cover

 

Die Texte

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 1)

 

Time: 3:25

Music: Rick Wright, Roger Waters, David Gilmour

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 1)

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 2)

 

Time: 3:04

Music: David Gilmour, Roger Waters, Rick Wright

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 2)

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 3)

 

Time: 2:13

Music: Roger Waters, David Gilmour, Rick Wright

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 3)

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 4)

 

Time: 2:28

Music: David Gilmour, Rick Wright, Roger Waters

Text: Roger Waters

 

Remember when you were young

You shone like the sun

Shine on you crazy diamond

Now there's a look in your eyes

Like black holes in the sky

Shine on you crazy diamond

You were caught on the cross-fire

Of childhood and stardom

Blown on the steel breeze

Come on you target

For faraway laughter

Come on you stranger

You legend, you martyr, and shine!

You reached for the secret too soon

You cried for the moon

Shine on you crazy diamond

Threatened by shadows at night

And exposed in the light

Shine on you crazy diamond

Well you wore out your welcome

With random precision

Rode on the steel breeze

Come on you raver

You seer of visions

Come on you painter

You piper, you prisoner, and shine!

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 4)

 

 

 

 

 

Erinnere dich als du jung warst

Du strahltest wie die Sonne

Strahle weiter du verrückter Diamant

Nun ist ein Ausdruck in deinen Augen

Schwarzen Löchern im Himmel gleich

Strahle weiter du verrückter Diamant

Du warst im Kreuzfeuer gefangen

Der Kindheit und des Ruhm’s

Getragen auf einem kalten Wind

Komm schon du Zielscheibe

Für entferntes Gelächter

Komm schon du Fremder

Du Legende, du Martyrer, und strahle!

Du hast zu früh nach dem Geheimnis gegriffen

Du weinst nach dem Mond

Strahle weiter du verrückter Diamant

Von Schatten in der Nacht bedroht

Und ungeschützt im Licht

Strahle weiter du verrückter Diamant

Nun du hasst deine Gastfreundschaft

Mit wahlloser Genauigkeit überdauert

Bist auf dem kalten Wind geritten

Komm schon du Spinner

Du seher von Visionen

Komm schon du Maler

Du Pfeifer, du Gefangener, und strahle!

Shine On You Crazy Diamond (Part 5)

 

Time: 2:23

Music: Roger Waters

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 5)

WishYou-ShineOn-HP2

 

 

Welcome To The Machine

 

Time: 7:26

Music: Roger Waters

Text: Roger Waters

 

Welcome my son

Welcome to the machine

Where have you been?

It's alright we know where you've been

You've been in the pipeline

Filling in time

Provided with toys and Scouting for Boys

You bought a guitar

To punish your ma

And you didn't like school

And you know you're nobody’s fool

So welcome to the machine

 

Welcome my son

Welcome to the machine

What did you dream?

It's alright we told you what to dream

You dreamed of a big star

He played a mean guitar

He always ate in the steak bar

He loved his Jaguar

So welcome to the machine

Willkommen in der Maschine

 

 

 

 

 

Willkommen mein Sohn

Willkommen in der Maschine

Wo bist du gewesen?

Schon gut wir wissen wo du gewesen bist

Du warst in der Pipeline

Um Zeit zu überbrücken

Ausgestattet mit Spielsachen

Du brachtest eine Gitarre mit

Um deine Mutter zu bestrafen

Und du mochtest die Schule nicht

Und du weißt du bist für niemand ein Narr

Deshalb willkommen in der Maschine

 

Willkommen mein Sohn

Willkommen in der Maschine

Was hasst du geträumt?

Schon gut wir sagen dir was du träumen sollst

Du hasst von einem grossen Star geträumt

Er spielte eine grässliche Gitarre

Er ass immer in der Steak Bar

Er liebte es, seinen Jaguar zu fahren

Deshalb willkommen in der Maschine

 

WelcomeToPinkFloyd

 

Have A Cigar

 

Time: 5:08

Music: Roger Waters

Text: Roger Waters

 

Come on here, dear boy, have a cigar

You're gonna go far, fly high

You're never gonna die

You're gonna make it if you try

They're gonna love you

Well I've always had a deep respect

And I mean that most sincerely

The band is just fantastic

That's really what I think

Oh by the way which one is Pink?

And did we tell you the name of the game, Boy

We call it Riding the Gravy Train

We're just knocked out

We heard about the sell out

You gotta get an album out

You owe it to the people

We're so happy

We can hardly count

Everybody else is just green

Have you seen the chart?

Its a hell of a start

It could be made into a monster

If we all pull together as a team

And did we tell you the name of the game, Boy

We call it riding the Gravy Train

Nimm eine Zigarre

 

 

 

 

 

Komm herein, lieber Junge, nimm eine Zigarre

Du wirst es weit bringen, hoch fliegen

Du wirst niemals sterben

Du wirst es schaffen, wenn du es versuchst

Sie werden dich lieben

Nun, ich hatte immer einen tiefen Respekt

Und ich meine das ganz ernst

Die Band ist einfach fantastisch

Das ist wirklich was ich denke

Oh wer von euch ist übrigens Pink?

Und haben wir dir den Namen des Spiels genannt Junge

Wir nennen es locker Geld machen

Wir sind einfach umgehauen

Wir hörten von dem Ausverkauf

Du musst ein Album herausbringen

Das schuldest du den Leuten

Wir sind so glücklich

Wir können es kaum fassen

Jeder andere ist einfach grün

Hasst du die Hitparade gesehen?

Es ist ein wahnsinniger Start

Man könnte es zu einem Monster machen

Wenn wir als Team an einem Strang ziehen

Und haben wir dir den Namen des Spiels genannt Junge

Wir nennen es locker Geld machen

 

WishYou-HaveACigar

 

Wish You Were Here

 

Time: 5:41

Music: Roger Waters, David Gilmour

Text: Roger Waters

 

So, so you think you can tell

Heaven from Hell

Blue skies from pain

Can you tell a green field

From a cold steel rail?

A smile from a veil?

Do you think you can tell?

 

And did they get you to trade

Your heroes for ghosts?

Hot ashes for trees?

Hot air for a cool breeze?

Cold comfort for change?

And did you exchange

A walk on part in the war

for a lead role in a cage?

 

How I wish, how I wish you were here

We're just two lost souls

Swimming in a fish bowl

Year after year

Running over the same old ground

What have we found?

The same old fears

Wish you were here

Wünschte du wärst hier

 

 

 

 

 

So, so du denkst du kannst unterscheiden

Himmel von Hölle

Blauer Himmel von Schmerzen

Kennst du den Unterschied von einem grünen Feld

Und kalten Eisenbahngleisen?

Einem Lächeln und einem Schleier?

Glaubst du den Unterschied zu kennen?

 

Und hat man dich dazu gebracht zu tauschen

Deine Helden gegen Geister?

Heisse Asche gegen Bäume?

Heisse Luft gegen eine kühle Brise?

Kalter Komfort gegen Veränderung?

Und hasst du getauscht

Einen Spaziergang im Krieg

Gegen eine Führungsrolle in einem Käfig?

 

Wie ich mir wünschte du wärst hier

Wir sind einfach nur zwei verlorene Seelen

Die in einem Fischbecken schwimmen

Jahr für Jahr

Die über die gleiche alte Stelle laufen

Was haben wir gefunden?

Die gleichen alten Ängste

Wünschte du wärst hier

 

WishYouWereHere-Song

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 6)

 

Time: 4:52

Music: Rick Wright, Roger Waters, David Gilmour

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 6)

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 7)

 

Time: 1:12

Text: Roger Waters

Music: Roger Waters, David Gilmour, Rick Wright

 

Nobody knows where you are

How near or how far

Shine on you crazy diamond

Pile on many more layers

And I'll be joining you there

Shine on you crazy diamond

And we'll bask in the shadow

Of yesterday's triumph

And sail on the steel breeze

Come on you boy child

You winner and looser

Come on you miner for truth and delusion

And shine!

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 7)

 

 

 

 

 

Niemand weiss wo du bist

Wie nah oder wie fern

Strahle weiter du verrückter Diamant

Staple noch viel mehr Schichten auf

Und ich werde dich dort treffen

Strahle weiter du verrückter Diamant

Und wir werden uns im Schatten aalen

Vom gestrigen Triumph

Und auf der Stahl Brise segeln

Komm schon du kleiner Junge

Du Sieger und Verlierer

Komm schon du Sucher nach Wahrheit und Illusion

Und strahle!

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 8)

 

Time: 3:05

Music: David Gilmour, Rick Wright, Roger Waters

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 8)

 

Shine On You Crazy Diamond (Part 9)

 

Time: 3:12

Music: Rick Wright

Strahl weiter du verrückter Diamant (Teil 9)

 

HP-WishYou-Back

 

Das Thema

 

In seinen Texten beschreibt Roger Waters ein Symptom, das Heute unter dem Namen „Burnout“ bestens bekannt ist. Die grosse Müdigkeit liegt im Trend. Es sind längst nicht mehr nur Musiker wie Syd Barrett die von der Musikmaschinerie ausgenutzt werden. Seit der Erstbeschreibung 1974 durch den Psychoanalytiker Herbert J. Freudenberger hat dieses Symptom Karriere gemacht. Was damals als „Helferkrankheit“ beschrieben wurde, hat sich inzwischen epidemisch zur Erschöpfungsfalle für Kaderberufe gewandelt. Managementseminare verkaufen präventive Psychohygienestrategien und Rehabilitationskliniken flicken die ausgebrannten Stressopfer. Diese münden in Apathie und Verzweiflung, in Sinnverlust und in psychosomatischen Reaktionen wie Sucht, Kreislaufprobleme, Muskelverspannungen und Selbstmordabsichten. Den betroffenen Menschen geht die Motivation verloren, sie resignieren, verlieren ihre Kreativität, entwickeln Ressentiments und autoritäre Charakterstrukturen als Folge der beruflichen Enttäuschung. Besonders gefährdet sollen Idealisten sein, die erst Feuer und Flamme sind, sich überidentifizieren, überschätzen und zunehmend die eigenen Bedürfnisse verdrängen. Wenn man den Statistiken glauben mag, die jeden vierten bis achten Berufstätigen als erschöpft und energielos beschreibt, ist das eine der häufigsten Krankheiten in unseren Breitengraden.

Der Philosoph Wilhelm Schmid sieht im „Burnout“ ein typisches Problem der modernen, westlichen Industriegesellschaft. Burnout-Symptome sind ein Indikator für die Frage nach dem Sinn. Sinn stiftet Zusammenhänge und setzt unbegrenzte Kräfte frei.

 

WishYou-LP-HP2

 

Persönliches

 

Wir schreiben das Jahr 1982, als ich ins Skilager unserer Schule ging. Den Abschiedsabend feierten wir, wie das damals so üblich war, mit einer Disco. Die Hit’s von diesem Abend waren fast ausschließlich von der Neuen Deutschen Welle (Trio, Spider Murphy Gang, Falco, Peter Schilling usw.) geprägt. Mein erstes Zusammentreffen mit der Musik von Pink Floyd und Wish You Were Here geschah am Morgen danach. Nach einer solchen rauschenden Fete war für das ganze Lager das Aufstehen sehr mühsam und keiner wollte so richtig aus den Federn kriechen. So griff einer der Lagerleiter zur Stereo-Anlage, legte eine Kassette ein, die Lautstärke voll an den Anschlag! Durch das ganze Haus dröhnte Shine On You Crazy Diamond!

Als diese Klänge an mein Ohr kamen war es mit der Ruhe vorbei, ich war als erster unten und mußte wissen was das für Musik ist. Es war mehr als nur "das gefällt mir", diese Musik hat mich tief in der Seele berührt. Der Lagerleiter murmelte etwas von einer Band, die sich Pink Floyd nennen. Pink Floyd, wer ist denn das? So mußte ich natürlich die Platte, die sich Wish You Were Here nennt gleich haben. Mein ganzes Taschengeld hat diese Investition in meine erste Platte verschlungen, obwohl ich noch nicht einmal einen Plattenspieler besaß und auch meine Eltern keinen im Haus hatten bereute ich diesen kauf nie. Damit ich aber in den Genuss der Musik auf der Platte kommen konnte musste ich die LP zuerst auf eine Kassette kopieren. Das konnte ich bei einem Schulfreund, der einen Bruder hatte, welcher einen Plattenspieler und ein Tapedeck besaß. Ich weiß nicht mehr ob ich die Kassette 1'000 oder 10'000 mal gehört habe. Die Musik auf diesem Album hat auch heute noch nichts von seiner Faszination verloren. Das Geheimnis, dass diese Songs nicht langweilig werden liegt meiner Meinung nach daran, dass es kein billiger oberflächlicher Popsound mit heruntergeleierten Riff’s ist. Sie dringt tief in das Gemüt ein und bleibt da haften.

Wie schon ihr Vorgänger Dark Side Of The Moon zeichnet auch Wish You Were Here durch seine hervorragende Klangqualität aus.

 

Die Texte allerdings habe ich lange nicht beachtet. Durch fehlende englisch Kenntnisse war mir der Zugang auch nicht gegeben. In einer Biographie habe ich dann gelesen, dass diese LP ein Konzeptalbum mit dem Thema des „ausgebrannt seins“ ist, aber auch das war für mich nicht nachvollziehbar, so liebte ich einfach die Musik von dieser Platte. Mit dem Alter werden neue Themen ins persönliche Leben hineingetragen, neue Interessen entstehen. So bin ich selber mit einem „Burnout“ konfrontiert worden und habe mich mit diesem Symptom auseinander gesetzt. Dadurch habe ich Wish You Were Here wieder neu entdeckt, aber jetzt ist es nicht mehr „nur“ die Musik die mich fasziniert, es sind die Texte von Roger Waters mit denen ich mich auseinander setzte und darin viele parallelen zum eigenen Leben entdeckte. So kam mir das Album wieder ein Stück näher.

 

Faszinierend und Geheimnisvoll ist auch der dritte Teil dieses Meisterwerks, die Grafiken. Viel wurde schon darüber diskutiert, verschiedene Meinungen gibt es.

 

Alles in allem haben Pink Floyd mit Wish You Were Here ein vielschichtiges Werk mit enormem Tiefgang geschaffen. Und genau darin liegt auch das Geheimnis, dass dieser Tonträger, auch nach 30 Jahren nach der Veröffentlichung immer noch über den Ladentisch geht. Nicht nur die alten Floyd-Hasen, die ihre LP’s durch CD’s ersetzen sind die Käufer dieses Produkts, zunehmend auch jüngere Hörer lassen sich von diesen Klängen faszinieren und verzaubern.

 

WYWH_OnStage

 

RinggiFloyd-SignetSchwarz

 

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Letztes Update: 12.09.2005