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39. Stella Alpina

09. – 12. Juli 2004

 

Vorweg, Petrus hatte erbarmen mit uns und hat den Regen am Freitagnachmittag abgestellt. Das Regenkombi blieb im Gepäck bis am Montag nach dem Znüni auf dem Col de la Madeleine, ab da war das Wetter wieder regnerisch und trüb bis wir zu Hause ankamen.

 

Wie schon in den letzten Jahren treffen wir uns auf dem Parkplatz des Dancing Scharfen Ecken in Rothrist. Zu viert machten wir uns auf den Weg nach Bardonecchia. Das Simmental war wieder eine einzige Blechlawine bis nach Gstaad. Es ist ja wieder das Tennis Tournier, und alle wollen wohl Roger Federer gewinnen sehen. Wir haben wenig Interesse an dem ganzen Zirkus, endlich geht es zügig weiter über den verregneten Col du Pillon und den Col de la Croix nach Martigny. Hier werden wir endlich mit Sonne verwöhnt. Nach dem Mittagessen nehmen wir den Col du Gd. St-Bernard in Angriff. Die Reise geht weiter über den „Supermoto-Pass“ Colle San Carlo, ein wahres Highlight, die zahlreichen Spitzkehren im Supermoto-Styl rauf zu fahren und schwarze Striche auf den Asphalt zu malen. Nach dem Piccolo S. Bernardo geht es auf den höchsten Punkt an diesem Tag, der Colle de l’Iseron mit seinen stolzen 2'764 Metern über Meer. Meine Yamaha TT600 spürt die Höhe auch und verschluckt sich regelmässig bei jedem Gasstoss. Zu guter letzt steht noch der Col du Mt. Cenis auf dem Road-Book. In Susa angekommen nehmen wir die S24 Richtung Bardonecchia, wir wundern uns über die neue Signalisierung: Die ganze Strecke ist mit einer Sicherheitslinie bemalt und alle paar Meter ist eine fünfziger Tafel am Strassenrand. Wie ist das ganze denn jetzt zu Bewerten? Die Italiener halten sich nicht an die Signalisation, so passen wir uns den Einheimischen an und fahren mit 70 Km/h unserem Ziel entgegen. Nach 520 Km schmeckt das Bier einfach besser, besonders in dieser wunderbaren Bergwelt in Bardonecchia.

 

Der Samstag ist reserviert für die Ausflüge auf den Passo Colomion mit seiner Aussicht auf Bardonecchia und die umliegenden Berge. Für die leichteren Maschinen geht der Weg noch weiter bis zum Passo della Mulattiera. Dieser Weg ist nur noch für geübte Fahrer mit leichten Motorrädern zu empfehlen, der Weg ist teilweise abgerutscht und nur noch mit Trial Einlagen zu bewältigen.

Wieder im Tal unten fahren wir auf der S24 nach Susa bis zum Abzweiger auf den Colle delle Finestre. Gebremst wird unser Tatendrang von einem Nagel - Plattfuss am Transalp von Strö. Doch einwenig Glück im Unglück darf man schon haben, die Panne passierte vor einer Werkstatt die Autoreifen montiert. So können wir die Montiermaschine benutzen. Nach dem Mittagessen auf dem schönen Rastplatz kurz nach dem Dorf Meana di Susa nehmen wir die Assietta-Kammstrasse unter die Räder. Der Aufstieg auf den Colle delle Finestre ist wieder mit einer Supermoto Rennstrecke zu vergleichen, kurze Geraden und Spitzkehren die im ersten Gang gefahren werden. Von solchen Strassen sollte es noch mehr geben. Oben angekommen beginnt die eigentliche Kammstrasse mit einer Naturstrasse. Roger mit seiner Strassen R80 BMW kommt sehr gut voran und hat grosse Freude an seinem Töff. Im Ski-Ort Sestrière angekommen genehmigen wir uns zuerst einen Kaffee bevor wir nach Bardonecchia weiter fahren.

 

Der Sonntag ist geprägt von der Fahrt auf den 3'000 Meter hohen Colle Sommeiller. Dieses Jahr werden wir kurz vor dem Gipfel beim Lago Patarè von Schneefelder gestoppt, nur einige Trialmaschinen und noch weniger Enduro-Fahrer schaffen den Umweg über eine Geröllhalde auf den Gipfel. Die Ausgabe der Stella Alpina Plaketten ist dieses Jahr beim Serre Monte. Da tauchen zwei Polizisten auf und verteilen jedem der mit seinem Töff nicht auf dem Weg steht eine Busse! Das Fahren neben dem Weg ist strickte Untersagt und wird gebüsst!

Das Lager beim Rif. Scarfiotti gleicht dieses Jahr einem BMW-Treffen. Sogar BMW-Italien war ganz offiziell mit einem Stand vertreten.

Ein weiterer Fixpunkt bei der Fahrt an die Stella ist der Versuch den Colle Rho zu bezwingen. Es bleibt auch dieses Jahr wieder beim Versuch, der Weg über das Geröll hat’s in sich und ist nur mit schieben und mehrmaligem anfahren zu bewältigen. Diese Anstrengung wollen wir an diesem warmen Sommertag nicht auf uns nehmen. So kurven wir noch ins Valle del Frejus bis die Strasse auf einem Parkplatz beim Camini del Frejus endet.

 

Die Zeit geht, wie immer wenn es schön ist, viel zu schnell vorbei. Die Heimfahrt steht schon vor der Tür. Durch den Fréjus-Tunnel fahren wir nach Frankreich und biegen bei La Chambre zum Col de la Madeleine ab. Oben angekommen werden wir vom Regen in Empfang genommen. Kaffee-Pause und Regenkombi montieren und weiter geht es nach Albertville und Megèvé nach Chamonix. Nach dem Col des Montets sind wir wieder in der Schweiz. In Martigny nehmen wir die Autobahn über Montreux nach Bern und treffen nach 415 Km wieder in Rothrist ein.

 

Es war wieder ein einzigartiges Erlebnis. Die Stella Alpina ist ein fester Bestandteil im Kalender geworden. So werden wir sicher auch nächstes Jahr wieder auf dem Colle Sommeiller anzutreffen sein. Im nächsten Jahr ist dann auch schon die 40. Stella Alpina in Bardonecchia.

Ringgi

 

 

 

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